"Coffee, Coffee, ach, so schenkt mir Coffee ein!"
Die Sehnsucht ist heiß wie das begehrte Getränk.
Was täten, was wären wir ohne ihn?
Ohne Kaffee wäre das Leben nicht die Bohne wert.
Er holt uns aus dem Morgensumpf, er klinkt die Synapsen ein,
setzt die Ganglien in Gang, verwandelt die schwarzen Seiten des Daseins in sämige Crema.
So schmeckt das Leben. Ach, so schenkt mir Coffee ein!

(aus der Kaffekantate BWV 211 von J.S.Bach)

 

C –A – F – F – E – E
– etwas für Komponisten ist der Türkentrank.

Bereits Mozart konnte ein (kanonisches) Liedlein davon singen.
Für Beethoven, berichtet sein Adlatus und Biograph Schindler, scheint "Kaffee … sein unentbehrliches Nahrungsmittel gewesen zu sein, womit er denn auch so skrupulös verfuhr, wie von den Orientalen bekannt. Sechzig Bohnen wurden für eine Tasse gerechnet und oft abgezählt, besonders wenn Gäste anwesend waren."
Schumann konferierte mit den Davidsbündlern im Leipziger Kaffeehaus "Zum Arabische Coffe Baum".
Brahms stand um fünf Uhr auf und braute sich erst einmal Kaffee, bevor er sein Komponistentagwerk begann …
 

"Coffee, Coffee, ach, so schenkt mir Coffee ein!", heißt es in J.S. Bachs Kaffeekantate. Heute würde der prominente Thomaskantor möglicherweise im Werbefernsehen auftauchen. Damals – in den 1730er Jahren – schrieb er einen Werbespot in Kantatenform.

Während Astor Piazzolla in "Cafe 1930" auf die Historie des Tangos in den Bars von Buenos Aires anspielt, atmen die "Cafe Concerto Songs" von Eric Satie unweigerlich die Luft der Pariser Cafés des beginnenden 20.Jahrhunderts – fand er doch dort jahrelang die Bühne für seine musikalischen Abenteuer.

"Cafe Music", ein grandioses Klaviertrio von Paul Schoenfield, kann gleichermaßen im Konzertsaal wie auch im Kaffeehaus entzücken, denn wie kaum ein anderer versteht der amerikanische Komponist populäre Elemente mit zeitgenössischer Musiksprache kunstvoll zu verbinden.

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In Wien geht das Kaffeehaus mit einem Lebensgefühl einher – es ist durchaus üblich, dass ein Gast stundenlang bei einer Tasse die vorhandenen Zeitungen studiert. Dies könnte ein Grund für das Entstehen einer eigenen Literaturform gewesen sein.

Thomas Daniel Schlees "Körper in Cafés" – entstanden 2007 – zählen laut Wiener Zeitung zu den ersprießlichsten zehn musikalischen Minuten der letzten Jahre. Mit gnadenlosem Witz illustrieren die fünf Szenen knisternde Begegnungen in einem Wiener Café.

Mit "Jessas Ja" – G´schichten vom Spittelberg schrieb Mathias Rüegg dem CrossNova-Ensemble ein Stück auf den Leib, das Texte neuer Kaffeehausliteraten in Kantatenform serviert.

CrossNova Ensemble:

Heidemaria Gruber »
Vocals, Flöte
 
Sabine Nova
Violine
 
Violoncello
 
Rainer Nova
Klavier

 

Programm

 

Johann Sebastian Bach
(1685-1750)

"Ei! Wie schmeckt der Coffee süße."
Arie aus der Kantate BWV 211 (Kaffeekantate)
(Arr. für Sopran, Violine, Violoncello und Klavier)
Erik Satie
(1866-1925)
Cafe Concerto Songs
für Stimme und Klavier
Astor Piazzolla
(1921-1992)
Cafe 1930
aus “Histoire du Tango“
(Arr. für Violine, Violoncello und Klavier)
Thomas Daniel Schlee
(*1957)
Körper in Cafés - fünf Szenen, op.69 (2007)
nach Texten von Robert Gernhardt
(Fassung für Sopran und Klaviertrio)

 

PAUSE

Paul Schoenfield
(*1947)
Cafe Music
(für Violine, Violoncello und Klavier)
  1. Allegro con Fuoco
  2. Andante Moderato
  3. Presto
Mathias Rüegg
(*1952)
"Jessas Ja" – Geschichten vom Spittelberg (2009)
Nach Texten von Gerhard Ruiss, Joe Berger, Otto Kobalek, Bernt Burckhart, u.a.
Auftragswerk für Sopran, Flöte, Violine, Violoncello und Klavier

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